Ötztal Classic – Spurensuche im Ötztal
70 Oldtimer sorgen für Aufregung
Oldtimer Veranstaltungen boomen, in Österreich sind mehr als 140 Termine angesagt, eine Besondere ist die Ötztal-Classic. Aus Sicht der Zuschauer ist sicher die Sonderwertung am Freitag, im Ortszentrum von Ötz die Attraktion. Alle Autos hautnah erleben und dabei den Ötzer Wirtschaftssommer genießen.
Als die Autos, die an der Ötztal Classic teilnehmen, neuwertig waren, sahen die Straßen alt aus. Die Autos waren starrachsig und blattgefedert, die Reifen von unwahrscheinlicher Schlankheit geprägt, die Wege durchs Ötztal kaum befahrbar. Bei der Ötztal Classic ziehen die Schmuckstücke auf bestens ausgebauten Straßen ihre Runden und erklimmen locker die schönsten Seitentäler des Ötztals, sehr zur Freude der Fahrer und Beifahrer. Teilnehmer aus England, Italien, der Schweiz, Deutschland und Österreich sind mit klassischen Autos und Motorrädern zwei Tage lang im Ötztal unterwegs.
Die Ötztal-Classic besteht aus 4 Etappen. Auftakt ist am Freitag die Gletscherprüfung. Von Sölden zum 2800 m hohen Rettenbach Gletscher wird auf gesperrter Straße das Leistungsvermögen der Oldis auf die wohl schwierigste Prüfung gestellt, den die Luft ist da oben sehr dünn und dementsprechend verlieren die Oldies an Leistung. Die erfrischend, glasklare Gletscherluft sorgt andererseits dafür, dass sich die thermischen Probleme in Grenzen halten.
Etappe 2 ist die Überstellung nach Ötz, dem so genannten Meran Nordtirols. Hier wird die 3. Etappe dann auf gesperrter Strecke auf einem 1,2 km langen Rundkurs durch das altehrwürdige Dorfzentrum von Ötz ausgetragen. Mehr als 4.000 Besucher werden zu dieser spektakulären Etappe bei freiem Eintritt erwartet. Am Samstag, steht dann das gesamte Ötztal und seine idyllischen Seitentäler am Programm. Diese Schlussetappe beinhaltet 17 Wertungsprüfungen mit insgesamt 210 km. Gefahren wird dabei auch die 2509 m hohe Timmelsjoch Hochalpenstraße. Diese feierte vergangenes Jahr das 50-jähriges Bestehen. Ein Museum auf der Passhöhe erinnert an die Pionierzeiten.1963 feierte der unvergessene Jochen Rindt bei einem Tourenwagen Europameisterschafts Lauf einen Sieg, ebenso sein ewiger Konkurrent Jacky Icks. Die Ötztal-Classic ist zum navigieren ziemlich einfach, zum pilotieren aber sehr anspruchsvoll. Immer wieder ist man von den Ausblicken die die Natur zu bieten hat vom Fahren abgelenkt. Dank der Sternfahrt zu den einzelnen Seitentälern wie Vent, Gries, Niederthai und Kühtai, mit Start und Ziel in Sölden, glauben sich die Zuseher in eine andere Epoche versetzt. Den gesamten Tag über rollen die Klassiker durch die Wintersport Metropole und versprühen ein ganz eigenes Flair. Im Starterfeld verbergen sich so manche bekannte Persönlichkeiten unter stylischen Klamotten, tiefen Sitzen und riesigen Lenkrädern. Da die Ötztal-Classic zur österreichischen Staatsmeisterschaft zählt, sind aber auch echte Könner am Werk die bei selbst gewählten Durchschnitts Geschwindigkeiten – auch über lange Strecken – auf die Hundertstel Sekunde genau ins Ziel rollen und unter den Mitstreitern Bewunderung auslösen. Gesellschaftlich geht es natürlich auch hoch her. Das abschließende Classic-Dinner mit Siegerehrung im Hotel Central in Sölden ist dabei der Höhepunkt der Veranstaltung.









